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Schöningen,
der älteste Ort im Braunschweiger Land, konnte im Jahr
1998 seinen 1250jährigen Geburtstag feiern. Erstmals 748
urkundlich erwähnt, erhielt "Scahaningi" 1332
Stadtrechte und hat sich in der langen Zeit seines
Bestehens immer weiter entwickelt und vergrößert. Im
Laufe dieses Emporstrebens waren aber auch Rückschläge
zu verzeichnen, wobei der große Stadtbrand von 1644, der
in der Salzstrasse seinen Anfang nahm, besonders
zerstörerisch wirkte. Fast die gesamte Strasse wurde
damals ein Raub der Flammen. Nur die wenigen aus Stein
erbauten Häuser der Stadt haben diese Katastrophe
überstanden. Die einzige Ausnahme ist ein
Fachwerkgebäude in der Salzstrasse aus dem Jahre 1568,
das von dem Feuer nicht zerstört wurde und Schöningens
ältestes Wohnhaus ist. Bald danach erfolgte mit Hilfe
der Herzogin Anna Sophie der Wiederaufbau, und die
Entwicklung der Stadt konnte voranschreiten.
Handel und Wirtschaft in der Stadt gaben den Bewohnern
immer die Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu
verdienen. Zahlreiche Betriebe, die
Wirtschaftsgeschichte geschrieben haben, hatten ihren
Ursprung in Schöningen. Vorrangig ist hier die Saline zu
nennen, die bereits seit weit über 1200 Jahren Salz
förderte. Nach neuesten archäologischen Funden liegt
sogar die Vermutung nahe, dass hier bereits etwa 4000
Jahren, seinerzeit wohl nur aus natürlich zutage
tretenden Quellen, Salz gewonnen wurde.
Ein weiterer Meilenstein der Technik - die
Milchzentrifuge - stammt ebenfalls aus Schöningen. Von
dem Maschinenbauingenieur Wilhelm Lefeldt 1877
entwickelt, hat sie die Milchverarbeitung revolutioniert
und trat bald darauf ihren Siegeszug in weite Bereiche
von Forschung und Industrie an.
Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges war Schöningen eine
ständig wachsende Industriestadt, in der zahlreiche
Menschen in Unternehmen der verschiedensten Branchen
Arbeit gefunden hatten. Die anschließende Inflation der
Jahre 1922/23 hat mit ihren negativen Folgen sehr dazu
beigetragen, dass viele Fabriken ihre Werkstore für
immer schließen mussten. Nach einer kurzen
wirtschaftlichen Erholungsphase folgte 1939 der
2.Weltkrieg, der mit seinen bekannten Folgen der Stadt
einen weiteren schweren Schlag versetzte.
Da die 1945 errichtete Zonengrenze das östliche
Hinterland unerreichbar machte, fehlte ein wesentliches
Absatzgebiet für die in der Stadt erzeugten waren. Im
Gegenzug konnten die früheren Kunden der Schöninger
Unternehmer aus den östlich gelegenen Dörfern die Stadt
nicht mehr erreichen, um hier ihre Einkäufe zu
erledigen. Somit waren die über Generationen gewachsenen
Handelsbeziehungen zwischen dem Herzogtum Braunschweig
und Preußen plötzlich getrennt worden. Nun hatte eine
Zeit begonnen, in der Schöningen im Schatten der grenze
lag, und immer mehr größere und kleinere Firmen
schließen mussten. Die Bedeutung der Stadt als
Wirtschaftsstandort war nach einer rasanten
Aufwärtsentwicklung in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts aufgrund der nun herrschenden
geographischen, wirtschaftlichen und politischen
Randlage immer mehr gesunken.
Die erhofften wirtschaftlichen Belebungen nach dem 1989
erfolgten Wegfall der Zonengrenze waren leider nur von
kurzer Dauer und haben die Stadt nicht zu den erhofften
positiven arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen geführt.
Noch immer ist die Braunschweigische - Kohlen -
Bergwerke AG der größte Arbeitgeber der Region. In
absehbarer Zeit jedoch wird die Kohleförderung
auslaufen, so dass die Aktivitäten in neuen
Geschäftsbereichen als Dienstleister verstärkt werden
müssen. Da diese mit den Verlust von Arbeitsplätzen
verbunden sein wird, werden die nächsten Jahre zeigen,
wir sich die neue Situation in wirtschaftlicher und
kulturelle Hinsicht in Zukunft auf die Lebensqualität
der Bevölkerung auswirken wird. |
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